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Ist das richtig – Sozialabgaben für Roboter?

27. Juni 2016, von Johanna Braun

Der Rechtsausschuss des Europaparlaments fordert jüngst in einem Entwurfsbericht „Sozialabgaben für Industrieroboter“. Darüberhinaus ist dort zu lesen, dass ein Roboterregister eingeführt werden soll und Roboter den Status einer „elektronischen Person“ bekommen sollen. Habe ich das richtig verstanden?

Die Idee dahinter: Aus der neuen Steuereinnahmequelle sollen Absicherungsprogramme gegen Arbeitslosigkeit finanziert werden. Das hört sich ja erst ganz vernünftig an, doch dieser Gedanke beinhaltet bereits, dass zunehmende Automatisierung gleichbedeutend mit dem Wegfall von menschlichen Arbeitsplätzen ist. Und genau das ist eigentlich noch strittig. Auch der VDMA äußerte sich kritisch: Der Roboterbestand in der Automobilindustrie sei in den letzten 6 Jahren um 17% gewachsen und gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten um 13% gestiegen. Mit solchen Vorschlägen könne man einen ganzen Industriezweig ausbremsen.

Egal was man nun von diesem Vorstoß unseres EU-Parlaments halten mag – eines bleibt bei mir persönlich hängen: Mit dem Status einer „elektronischen Person“ wird KI dem Menschen ein weiteres Stück gleichgemacht. Unabhängig davon, wie die Fakten nun wirklich korrelieren, dieses „Gleichmachen“ fördert Urängste bei uns Menschen zutage. Fingerspitzengefühl ist also gefragt.