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Roboter im Maschinenbau: Mitarbeiter bleiben wesentlicher Erfolgsfaktor

21. November 2016, von Johanna Braun

Berührungsängste zwischen Mensch und Roboter sind laut der Studie kaum vorhanden.

Eine PwC-Studie befasst sich mit dem Thema MRK: Zwei Drittel der deutschen Maschinenbauer planen weitere Investitionen in Robotertechnologie / Qualifikation der Mitarbeiter entscheidend für die Mensch-Maschine-Kooperation (Pressemitteilung PwC vom 17. November 2016).

Die Robotertechnologie gewinnt im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung und dem Ausbau von Industrie 4.0 immer mehr an Bedeutung. Für den deutschen Maschinenbau sind Roboter nicht nur gefragtes Exportgut, ihr Einsatz in den Betrieben wird auch die Branche selbst tiefgreifend verändern. Aus Sicht der Maschinenbauer ist die Qualifikation der eigenen Mitarbeiter ein wichtiger Erfolgsfaktor für den weiteren Ausbau der Mensch-Maschine-Kooperation. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Roboter im deutschen Maschinenbau“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Automatisierung schreitet voran – aber nicht in allen Bereichen

Bereits über die Hälfte der deutschen Maschinenbauer (53 Prozent) setzt Roboter-Technik in ihren Betrieben ein. Die Haupteinsatzgebiete liegen in Produktion und Montage (38 Prozent) sowie insbesondere in Bereichen, die ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Präzision (34 Prozent) erfordern, wie z.B. bei Schneide- oder Schweißarbeiten. Mehr als ein Drittel der befragten Entscheider will die Robotertechnik bei Präzisionsarbeiten in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Negative Folgen für die Belegschaft befürchtet dagegen nur jeder Fünfte. Mit Blick auf handwerkliche Tätigkeiten sieht nur eine kleine Minderheit die Roboter im Vorteil. „Lediglich vier Prozent der deutschen Maschinenbauer sind der Überzeugung, auch handwerkliche Tätigkeiten vollständig automatisieren zu können“, erläutert Dr. Frank Schmidt, Partner und Leiter des Bereichs Industrielle Produktion bei PwC. „,Handmade by robots‘ wird auch in Zukunft nicht auf deutschen Maschinen zu lesen sein.“

Investitionen in neue Industrieroboter kein Selbstläufer

Trotz insgesamt geringer Berührungsängste plant knapp ein Drittel der deutschen Maschinenbauer keinen weiteren Ausbau der Robotertechnologie. Von ihnen nennen 16 Prozent zu hohe Anschaffungskosten als Grund für ihre Zurückhaltung. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) gibt hingegen an, dass in ihrem Unternehmen schlicht die Notwendigkeit zum Einsatz von Robotern fehle. „Dass insgesamt jeder sechste Maschinenbauer kein weiteres Potenzial für den Einsatz von Robotern in seinem Betrieb sieht, ist durchaus besorgniserregend“, meint Dr. Gerhard Nowak, Partner und Maschinenbauexperte bei Strategy&, Teil des PwC-Netzwerks. „Denn gerade der deutsche Maschinenbau muss die Digitalisierung der Wertschöpfung konsequent vorantreiben, will er seine Knowhow- und Produktivitätsführerschaft verteidigen.“

Positive Auswirkungen auf die Mitarbeiterqualifikation erwartet

Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass sich die Einführung von intelligenten Robotern positiv auf das Qualifikationsniveau der Mitarbeiter auswirken wird. Rund ein Viertel hält die Qualifikation der Mitarbeiter sogar für eine wichtige Vorbedingung für den erfolgreichen Ausbau der Robotik im eigenen Unternehmen. An diesen knüpfen die Unternehmen außerdem die Hoffnung auf Effizienzsteigerungen (69 Prozent), Qualitätsverbesserung (68 Prozent) und Zugewinne in Präzision und Produktionsgeschwindigkeit (63 Prozent). Einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen oder Verlagerungen der Produktion ins Ausland prognostizieren lediglich sechs Prozent der Befragten. „Auch in Zukunft erwarten uns im deutschen Maschinenbau keine menschenleeren Produktionsstätten“, so Frank Schmidt. „Doch damit die Mensch-Maschine-Kooperation gelingen kann, müssen die Unternehmen schon jetzt massiv in die Aus- und Weiterbildung ihres Personals und in den Nachwuchs investieren.“