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Ausblick auf die Automatica 2018

13. Juni 2018, von Günter Herkommer, Chefredakteur Computer&AUTOMATION

Vom 19. bis zum 22. Juni ist das Messegelände München wieder fest im Griff der Robotik-Branche. Denn dann öffnet dort einmal mehr die ‚Automatica‘ ihre Tore, zu der in diesem Jahr knapp 900 Aussteller in sechs voll belegten Hallen erwartet werden.

Die Vorzeichen für die im Zweijahres-Turnus stattfindende Veranstaltung könnten nicht besser sein: Mit rund 1,8 Mio. Industrie-Robotern hat der Bestand in den Fabriken der Welt einen neuen Rekord erreicht. Eine weitere Zahl aus dem von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlichten World Robotics Report 2017: Mit einer durchschnittlichen Roboterdichte von 74 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter (2015: 66 Einheiten) befindet sich der globale Durchschnitt in der Fertigungsindustrie auf einem neuen Höchststand. Im internationalen Vergleich liegt Europa mit 99 Einheiten an der Spitze, gefolgt von Amerika mit 84 und Asien mit 63 Einheiten. Deutschland belegt mit 309 Einheiten beim Ranking der am höchsten automatisierten Länder der Welt hinter Südkorea (631) und Singapur (488) Platz drei.

Dass der „Kollege Roboter“ in den Fertigungskonzepten von Industrie 4.0 eine zentrale Rolle spielen wird, steht außer Frage. Sorgen machen sich die Beschäftigten allerdings offensichtlich um die eigene Ausbildung, um mit dem Tempo der Arbeitswelt 4.0 Schritt halten zu können. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls der ‚Automatica Trend Index 2018‘, für den im Auftrag der Messe 7.000 Arbeitnehmer in den USA, Asien und Europa über ein Marktforschungsinstitut bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden. Aufgeschlüsselt nach Schulnoten bleibt demnach der Reifegrad bei der Aus- und Weiterbildung für den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft bisher deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück: Nicht einmal jeder Vierte bewertet das aktuelle Angebot des eigenen Arbeitgebers mit der Note gut oder sehr gut! Dabei können die Firmen bei Robotik und Automation durchaus mit einer positiven Grundeinstellung ihrer Angestellten rechnen. So glauben immerhin 70 % der Befragten, dass in der Arbeitswelt der Zukunft Mensch-Roboter-Teams die Fertigung verbessern, indem menschliche Talente mit den Stärken der Robotik kombiniert werden.

Wie Mensch und Maschine künftig konkret interagieren, wie sie miteinander kommunizieren und wie ergonomisch und vielseitig die Arbeitsplätze in Zukunft aussehen werden, werden Besucher auf der Automatica 2018 an vielen Ständen erleben können – unter anderem auf der Sonderschau „Der Mensch in der Smart Factory“ des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation in Halle B4 (Stand 338).

Zu den Top-Themen der Automatica 2018 gehören: Digitale Transformation in der Fertigung, Mensch-Roboter-Kollaboration, Arbeit 4.0, Servicerobotik, Cloud und Big Data-Anwendungen, Predictive Maintenance sowie Investments in Robotik und Automation. Auf folgenden Foren beziehungsweise Sonderschauen können sich die Besucher fokussiert informieren:

IT2Industry

IT2Industry ist der integrierte Themenbereich der Automatica, der die Schnittstelle zwischen Automatisierung und IT bedient. In einer Kombination aus Vortragsprogramm und Ausstellung präsentieren sich mehr als 50 Aussteller sowohl aus den klassischen IT-Bereichen als auch Spezialanbieter aus dem Industrieumfeld.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem ERP- und MES-Lösungen zur Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen, modulare Software-Lösungen für Predictive Maintenance, Cloud und Big-Data-Anwendungen für die Fertigungsindustrie sowie Absicherungsmöglichkeiten für den störungsfreien Betrieb vernetzter Industrieanlagen. Außerdem bietet das IT2Industry-Forum Ausstellervorträge, Keynotes und spannende Diskussionsrunden rund um Industrie 4.0, IoT und Künstliche Intelligenz. Ort: Halle B4, Stand 216

Ein besonderes Messe Highlight im Rahmen des Themenbereich IT2Industry ist der Auftritt der OPC Foundation. Zusammen mit Partnern zeigt der Anbieter des weitverbreiteten Standards OPC Unified Architecture (OPC UA) neueste Lösungen zur herstellerunabhängigen Kommunikation in der Automatisierungstechnik. Zum zweiten Mal findet die Konferenz OPC Day Europe am 22.Juni im Rahmen der Messe statt.

Smart Maintenance Pavilion

Die Vernetzung von Anlagen, Produkten und Prozessen wächst unaufhaltsam und mit ihr die Anforderungen an die Instandhaltung. Denn sicher ist: Ohne Smart Maintenance lässt sich die optimale Verfügbarkeit automatisierter Produktionssysteme nicht gewährleisten. Deshalb ist der Smart Maintenance Pavilion eine wichtige Dialogplattform nicht nur für Instandhaltungsexperten.Ort: Halle B4, Stand 222

Professionelle Servicerobotik

Serviceroboter werden aus unserem Alltag schon bald nicht mehr wegzudenken sein. Die automatica unterstützt diesen Trend im Ausstellungsbereich Professionelle Servicerobotik. Vorgestellt werden marktreife Produkte wie Komponenten, Systeme und Technologien.

In den Service Robotics Shows des angegliederten Demoparks sind Roboter live in Aktion zu erleben. Neben mobilen Robotern werden auch klassische stationäre Industrielösungen als Beispiele für funktionierende Mensch- Roboter-Kollaborationen gezeigt. Ort: Halle B4, Stand 421.

Automatica Forum

Die Fachvorträge des Automatica Forums beleuchten aktuelle Themen rund um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Mensch-Roboter-Kollaboration und Arbeit 4.0. Die Ausführungen der Experten sind anwendungsorientiert und liefern interessante Einblicke in die Produktionsabläufe bekannter Industrieunternehmen. Das Forum findet täglich vom 19. bis 22. Statt. Ort: Halle A5, Stand 135

Industrie-4.0-Demonstratoren

Zwei Showcases machen aus dem Schlagwort Industrie 4.0 Realität. Mit dem OPC UA Demonstrator präsentiert der Fachverband VDMA Robotik + Automation einen zukunftsfähigen Ansatz für einen standardisierten und herstellerunabhängigen Datenaustausch. Ziel ist es, das Potenzial von OPC UA anhand von zwei konkreten Use Cases (be)greifbar zu machen.

Use Case Steuerung: Gezeigt wird eine Anlage, auf der Fidget Spinner – ein Gebrauchsgegenstand bestehend aus mehreren Einzelteilen – live vor Ort montiert werden. An diesem Use Case sind über 20 Komponentenhersteller, Systemintegratoren und Softwarespezialisten beteiligt, die neben einem Rundschaltisch, Achsen und Greifern auch Bildverarbeitungssysteme und Roboter integrieren.

Use Case Zustandsüberwachung: Mehrere Roboterhersteller zeigen, wie sich Condition Monitoring unabhängig von Hersteller- und Robotertyp Cloud-basiert verwirklichen lässt. Hier sieht der Besucher alle relevanten Zustandsdaten in Echtzeit auf einem Dashboard. Ort: Halle B4, Stand 332

Der ‘smart4i Next Generation Demonstrator’, der vom VDMA-Fachverband Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (VDMA NuV) initiiert und gefördert wird, bietet zudem die Gelegenheit, interaktiv mehr über die Produktion der Zukunft zu erfahren. Dabei besteht die Möglichkeit, über eine Cloud Landingpage ein kleines Modellauto individuell zu konfigurieren. Sowohl Karosserie als auch Add-Ons können parametrisiert werden. Im Anschluss wird das individualisierte Fahrzeug live auf der Messe in Form einer Integration von realen und virtuellen Produktionsstationen gefertigt. Ort: Halle B4, Stand 218

Sonderschau „Plattformen und Ökosysteme“

Die Digitalisierung generiert völlig neue Geschäftsmodelle. Die Basis dafür sind Plattformen und Ökosysteme, das heißt Innovationspartnerschaften von Unternehmen, die Neuentwicklungen gemeinsam vorantreiben, um so ihren Wettbewerbsvorsprung zu sichern und auszubauen. Im Rahmen einer Sonderschau mit Vorträgen und einer Präsentationsfläche wird anhand von Modellen und Prototypen erklärt, wie sich technische und betriebswirtschaftliche Potentiale des IoT konkret in Unternehmen realisieren lassen.Ort: Halle B4, Stand 300

Start-up Arena

Innovatives Denken goes Business: In der ‚Start-up Arena by Mobile World Capital Barcelona (MWCB)‘ finden rund 30 Newcomer aus Robotik und Automation Umsetzungs- Know-how für Innovationskonzepte, Investoren spannende Beteiligungsmöglichkeiten und Industrievertreter aussichtsreiche Kandidaten für technische Partnerschaften. Das Ziel: Ideen bis zur Marktreife weiterzuentwickeln und neue Wege in der Automatisierung und der Industrie 4.0 zu gehen. Im Rahmen von Elevator Pitches (täglich jeweils von 11:00 bis 12:00 Uhr) zeigt sich, wer das größte Potenzial hat. Der Sieger unter den Top 5 Start-ups wird am 21. Juni um 15:00 Uhr live vor Ort ermittelt. Ort: Halle B4, Stand 328

Automatica Makeathon

Von der Idee zur Umsetzung in 30 Stunden: Der automatica Makeathon – in Zusammenarbeit mit ITQ und Conrad Electronic – wendet sich an Young Professionals und Studierende aus den Bereichen Software Engineering, Mechatronik und Mechanik. Rund 120 Teilnehmer entwickeln in kollaborierenden Teams am 21. und 22. Juni Software- und Hardware-Prototypen für die Bereiche Robotik, Internet of Things und Automation. Ort: Halle B4, Stand 232

International Symposium on Robotics (ISR)

Auf der 50. Veranstaltung des „International Symposium on Robotics“ unter der Schirmherrschaft der IFR (International Federation of Robotics) stehen über 100 Präsentationen zu den neuesten Robotik-Technologien und -Themen auf dem Programm. Das kostenpflichtige Symposium findet am 20. und 21. Juni 2018 im Pressezentrum im Eingang Ost statt.

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