Rückblick 2018: Das war MRK pur!

Über 100 Teilnehmer aus renommierten Unternehmen kamen Mitte Oktober im Dormero Hotel in Stuttgart zusammen, um sich rund um das brandaktuelle Thema „Mensch-Roboter-Kollaboration – von der industriellen Produktion hin zur Fabrik der Zukunft“ auszutauschen. Veranstaltet wurde das Forum „Mensch-Roboter“ nun zum dritten Mal in Folge von der WEKA Akademie GmbH zusammen mit der Fachzeitschrift computer&AUTOMATION.

Das Konzept eines praxisnahen Fachkongresses, der den Menschen einerseits und andererseits die Technik der Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) in den Mittelpunkt rückt, ging wieder einmal auf. Die Idee hinter der MRK: Der Roboter ersetzt nicht den Menschen, vielmehr assistiert er ihm an einem gemeinsamen Arbeitsplatz. Doch nicht nur die MRK gewinnt an Reife und geht mehr und mehr in den betrieblichen Praxiseinsatz, auch die Erfahrungshintergründe der Teilnehmer spielen eine wichtige Rolle.

Mensch-Roboter-Zusammenarbeit wird vielfach diskutiert und schon in Vorstudien ausprobiert. Ca. 60 % der Handmeldungen weisen auf erste grundlegende Studien hin, die in den Firmen gestartet wurden. Ca. 20 % der Teilnehmer gab an, MRK-Anwendungen im Realbetrieb einzusetzen bzw. unmittelbar vor diesem Schritt zu stehen, zwei Unternehmen haben mehr als 5 MRK-Systeme in Betrieb. Und KUKA hat über 300 Machbarkeits-, Labor- und Betriebsversuche mit LBR iiwa begleitet.

Zwölf Fachvorträge und eine Experten-Diskussionsrunde zum Abschluss des ersten Kongresstages widmeten sich dem aktuellen Stand der MRK-fähigen Robotik, dem Rechts- und Normenrahmen für die sichere MRK und deren Einführung in verschiedenen Unternehmen.

Die Keynote-Speaker Matthias Fritz (FANUC Deutschland GmbH) und Dr. Johannes Kurth (KUKA Systems GmbH) den Stand der MRK-fähigen Robotik vor. Die Anwendersicht übernahmen Dirk Thamm (FAUDE Automatisierungstechnik GmbH) und Dr. Sebastian Keller (BMW Group Werk Leipzig). Dr. Angelika Trübswetter (YOUSE GmbH) berichtete aus einem Forschungsprojekt, das sich mit der Schaffung von Akzeptanz und den Ängsten von einer MRK-Einführung betroffener Mitarbeiter auseinandersetzt. Die Podiumsdiskussion griff das Thema „Roboter: Teamplayer oder Jobvernichter“ auf. Einig waren sich die Gesprächspartner, dass Roboter zu Teamplayern werden, wenn man die Ängste der Menschen schmälert und die Werker Vertrauen zum Kollegen Roboter gewinnen, ihn akzeptieren.

Weitere Erfahrungsberichte und Anwenderpräsentationen folgten. Dr. Alfred Hypki (Ruhr-Uni Bochum) berichtete über ein Auswahlverfahren „Quick-Check“ für MRK-Arbeitsplätze. Helmut Schmid (Universal Robots (Germany) GmbH) und Mario Schäfer (Albrecht JUNG GmbH) zeigten mehrere Use Cases, die im Werk Lünen realisiert wurden. Matthias Schwerthalter (Mayser GmbH) stellte die Ultraschallsensor basierende Kollisionsvermeidung ins Zentrum seines Vortrags. Jochen Vetter (Pilz GmbH) berichtete zur aktuellen Normenlage und den Sicherheitsvorschriften im Umgang mit MRK-fähigen Robotern. Andrea Bodenhagen (Piab AG) stellte einen flexiblen Vakuum Cobot Greifer mit lokaler, elektrischer Vakuumerzeugung vor. Gehäuse und Formmaterialien aus 3D Druck. Über aktuelle Entwicklungen in der industriellen Automation und neue intelligente MRK-Greifer Generationen berichteten gemeinsam Dr. Werner Dietz (Fraunhofer IPA) und Prof. Dr. Markus Glück (SCHUNK GmbH).

Fazit des Forums: Die MRK Normenlage bleibt für Endanwender weiterhin kompliziert und schwer zu durchdringen. Der Beratungsbedarf bei Risikobeurteilung, CE-Kennzeichnung, Konzeption des MRK Arbeitsplatzes und bei der Vorbereitung einer Abnahme durch die BG ist hoch. Erste Assistenzsysteme wie der „Quick Check“, Appgestützte Hilfsmittel und vor allem das intuitive Bedienen der neuesten Leichtbauroboter werden die Einführung von MRK in den Fertigungslinien beschleunigen.

In der Sicherheitssensorik werden derzeit hochinteressante Ansätze verfolgt, wie mit Scannern, Kameralösungen, kapazitiven Nahbereichs- und taktilen Berührungssensoren eine Kollision von Werker und Roboter noch besser und frühzeitiger sicher erkannt werden.

„Zeit der Leuchttürme ist bei MRK angebrochen, aber viele Leuchttürme werden (noch) nicht eingeschaltet.“ (Matthias Fritz, Fanuc)

Nächster Termin: 23.-24.10.2019 im Dormero Hotel Stuttgart Anmeldung unter: https://www.forum-mensch-roboter.de/anmeldung/